8. Runde in der Landesliga und Bezirksliga West mit erwarteter Ernüchterung

16-03-2017

2. Mannschaft trotz Niederlage weiter Dritter in der Saarlandliga

Die 2. Mannschaft hat nach dem Wiederaufstieg bisher eine starke Saison gespielt und sich auf dem 3. Platz der Saarlandliga festgesetzt. Mit dem designierten Vize-Saarlandmeister aus Schwarzenbach war ein starker Gegner angereist, während auch die 3. Mannschaft mit dem Tabellenführer der Bezirksliga West einen harten Brocken vor sich hatte. Somit war von vorne herein klar, dass es schwierige Partien werden würden. Insbesondere da zeitgleich Spieltag in Frankreich war und uns somit viele starke Spieler fehlten.

Die zweite Mannschaft musste aufgrund des parallelen Spieltages in Frankreich auf Frederic Weiss, Alexis Cahen und Joseph Stephanus verzichten. Die Mannschaft aus Schwarzenbach spielte wie zu erwarten war in der Aufstellung der vorherigen Runden. Dies bedeutete, dass wir nur an einem Brett nominell stärker waren. An allen anderen Brettern hatten wir Unterschiede zwischen 50 bis zu über 300 DWZ Punkten auszugleichen.

In meiner Partie gegen Max Müller verließ ich relativ früh bereits den richtigen Weg. In der Eröffnungsphase hätte ich mit c5 gegen Max Katalanischen Aufbau noch richtig gutes Spiel hätte erlangen können. Allerdings entschied ich mich aus einem kaum erklärbaren Grund für a6. In der Folge öffnete Max die Stellung und zeigte die Schwachstellen der Schwarzen Partieanlage auf. Leider eine verdiente Niederlage für mich.

An Brett zwei trat Helmut Horacek an und bewies, dass er aktuell in einer guten Verfassung ist. Der nominelle Unterschied in der Spielstärke war auf dem Brett nicht mehr zu sehen. Seine schottische Vorbereitung kam auf das Brett – und verschaffte ihm insgesamt ein angenehmes Spiel. Am Ende mündete dies in ein Turmendspiel, was zwar gut aussah, aber nicht mehr als die Punkteteilung hergab.

An Brett drei spielte Vincent Preiss gegen Johannes Backens. Nachdem Vincent in der Eröffnung deutlich weniger Zeit als sein Gegenüber verbraucht hatte, bot er mit ca. 1 h mehr auf der Uhr Remis an, was akzeptiert wurde.

An Brett vier spielten Walter Maass und Cedric Recktenwald ihre Revanche von der SEM 2016. In einem Londoner System hatte Walter frühzeitig die viel angenehmere Stellung und deutlichen Zeitvorsprung. In der aufkommenden Zeitnot übersah Cedric eine Drohung und musste sich geschlagen geben.

Burkhard Braun spielte an Brett 5 gegen Jan Bürmann. Auch hier ergab sich eine gewisse Problematik, nachdem Burkhard kein c5 spielte und stattdessen a6. In der Folge kam Burkhard nicht mehr zur Befreiung mit c5 und Jan konnte seine Überlegenheit in einen erfolgreichen Königsangriff ummünzen.

An Brett 6 spielte Nicolas Schäfer mit Weiß gegen Jörg Becker. Dieser überraschte ihn mit einer Form des Cambridge Springs System. Zwar gelangte Nicolas mit vorteilhafter Stellung aus der Eröffnung, verlor dabei aber viel Zeit und im Mittelspiel dann auch noch den Faden. Als Jörg seinen Springer mit Doppelangriff auf f4 positionieren konnte, brach die Stellung im Mattangriff zusammen.

An Brett 7 hatte Helmut Passeier mit Gerhard Scheuermann ebenfalls einen hochkarätigen Gegner. In der französischen Vorstoßvariante geriet er in einen desaströsen Königsangriff. Als Gerhard g6 zog, hatte Helmut schließlich nur noch die Wahl lasse ich mich schnell oder nicht so schnell Matt setzen.

Brett 8 wurde von unserem Ersatzspieler Heiner Drenhaus besetzt und er hatte mit Reinhold Ripperger den Deutschen Seniorenmeister im Blindenschach von 2015 als Gegner. Somit war es nicht verwunderlich, dass er einen schweren Stand hatte. Die Partie war allerdings die turbulenteste Begegnung. Nachdem Heiner erst Material verloren hatte erzeugte er Komplikationen. In der Folge konnte er mit Dame und Springer den Punkt f7 von Reinholds Königsstellung angreifen. Einige Züge später hatte er wohl eine Gewinnstellung erreicht mit Dame gegen Springer und Turm. Allerdings waren beide Könige unsicher positioniert. Als Heiner seinen König vor einem Schach auf h3 in Sicherheit brachte ergab sich die Gelegenheit für Reinhold. Er konnte mit einem Turmopfer auf h2 und der nachfolgenden Springergabel auf g4 die Dame zurückgewinnen. In Anbetracht dieser Drohung gab Heiner nach dem Turmopfer auf.

Insgesamt steht daher eine klare 6 zu 2 Niederlage zu Buche. Allerdings müssen wir uns nicht verstecken mit unseren Leistungen und jedem Spieler gebührt Lob und Anerkennung. Wir wussten vor der Runde bereits, dass wir in Runde 8 und 9 wenige Chancen auf Mannschaftspunkte haben werden. Insofern ist es grandios, dass wir weiterhin als Aufsteiger Platz 3 belegen. Diesen Platz werden wir wohl – bei keinem Sieg des SC Ostertal über den SC Schwarzenbach – auch am Saisonende innehalten. Daher können wir stolz sein auf das Erreichte. In der Zentralen Endrunde am 02.04.2017 gegen Illingen I wird es wieder heißen: David gegen Goliath.

Die Ergebnisse im Überblick auf der Seite des SSV.

Die parallele Begegnung zwischen unserer dritten Mannschaft und dem SC Réti Heusweiler hatte mit 6,5 zu 1,5 ebenfalls ein deutliches Ergebnis. Unsere Mannschaft hatte durch das Fehlen der französischen Spieler mit vier Spielern der ehemaligen 4ten Mannschaft anzutreten. Somit waren die Gäste an nahezu allen Brettern deutlich favorisiert. Dennoch ergaben sich interessante Partien bei denen sich die Spielstärke der Heusweiler Spieler durchsetzte. Die Fahne hochhielt Parvis Yazdkhasti der seinen Gegner Wilhelm Braun– ebenso wie Walter gegen Cedric Recktenwald – im Londonder System bezwingen konnte. Kevin Zha, der Top Scorer des Teams, konnte sich ebenfalls eine Gewinnstellung erspielen. Allerdings entließ er seinen Gegner später in das rettende Remis. Die anderen Partien konnte ich nicht im Detail verfolgen. Bei der Partie Leonid Spektorov gegen Walter Sonnhalter fiel mir auf, wie wichtig Freibauern und Aktivität im Turmendspiel sein können. Bei Thomas Saar gegen Michael Meiser gab es sehr interessante Möglichkeiten, wie er uns in der Nachbesprechung am Dienstag im Mühlenviertel zeigte. Die weiteren Niederlagen von Yukai, Christian, Meikel und Robert konnte ich nur sporadisch verfolgen. Die Niederlage war wohl angemessen, aber in der Höhe aus meiner Sicht vielleicht etwas zu hoch.

Ergebnisse

In der letzten Runde ist die dritte Mannschaft spielfrei und gewinnt wegen des Rückzugs des SC Saarwellingen 8-0. Somit schließt die Mannschaft die Saison auf einem guten Platz im Mittelfeld ab – weit ab von den Abstiegsrängen und eher mit Blick nach oben. Die Entwicklung stimmt positiv und lässt auf die Zukunft hoffen.

 

Bericht Tim Biehl

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