Saarbrücker Perspektiven zum 3. Spieltag der Bezirksliga Ost.

22-11-2015

Ein Rückblick von Romain Leonardy

Am vergangenen Sonntag (22.11.2015) traf sich in der Sporthalle des ATSV in Saarbrücken die dritte Mannschaft der SVG mit ihrem „Erzrivalen“ aus Schwarzenbach zur dritten Runde der Bezirksliga Ost 2015/2016.
Ergebnisse und Tabelle

Das Aufeinandertreffen versprach eine spannende Begegnung zu werden, obwohl man auf Schwarzenbacher Seite lediglich zu sechst antrat und das Saarbrücker Team kurzfristig auf sein erstes Brett Walter Maass verzichten musste, da dieser in der zweiten Mannschaft aushelfen musste.

Die Runde begann schließlich mit einiger Verzögerung, gestaltete sich aber insgesamt als fair, lustig/erheiternd und mit einigen dynamischen Partien.

Unsere beiden Jugendspieler Meikel Jenner (Brett 7) und Kevin Zha (Brett 8) saßen brav ihre obligatorische Stunde ab, bevor sie mit einem kampflosen Punkt wieder den Heimweg antreten durften. Am sechsten Brett gewann Thomas Saar souverän gegen Rafael Haumann, der nach der Eröffnung mit zwei Minusbauern zu kämpfen hatte und schließlich dem konsequenten Spiel von Saar nicht viel entgegenzusetzen hatte. Obwohl Haumann tapfer weiterkämpfte und versuchte seine Pläne umzusetzen, konnte er im weiteren Spielverlauf zusätzlichen Materialverlust nicht mehr verhindern.

So kam es, dass Saarbrücken mit 3:0 Punkten in Führung gehen konnte, bevor Nicolas Bureik an Brett 5 einen Punkt für Schwarzenbach sichern konnte. Er besiegte André Damand überzeugend und konnte nach rund drei Stunden Spielzeit in ein gewonnenes Endspiel mit einigen Mehrbauern überleiten, dem Damand leider nichts mehr entgegensetzen konnte. Damand stemmte sich verzweifelt gegen die anrollende Bauernflut, musste sich aber schließlich Bureik geschlagen geben, der ein starkes Spiel mit den weißen Steinen ablieferte.

Spannend wurde es vor allem an den vorderen Brettern, wo Leonid Spektorov mit den schwarzen Steinen seinen ersten Sieg in dieser Spielklasse einfahren konnte. Nach einem gemächlichen Anfang, konnte Spektorov mit einem Mehrbauern aus der Eröffnung ins Mittelspiel überleiten. Die Partie hielt sich dennoch einige Zeit die Wage bis sein Gegner Markus Luy nach einem unkorrekten Figurenopfern die Partie aufgeben musste. Obgleich er zunächst die schwarze Königsstellung öffnen konnte, übersah er in letzter Instanz das Zurückschlagen der geopferten Figur und musste schließlich resignierend mitansehen, wie der schwarze König die erfolgsversprechende Flucht in Richtung Damenflügel antrat. Nach rund vier Stunden Spielzeit konnte Spektorov somit den insgesamt vierten Mannschaftspunkt für Saarbrücken am ersten Brett sichern.

Ohne größeres Aufsehen endete die Partie an Brett 2 zwischen Heiner Drenhaus und Dieter Stolz und man einigte sich nach rund zweieinhalb Stunden Spielzeit auf ein solides Remis. Mit einer 4,5:1,5 Führung gingen die Saarbrücker schließlich in die verbleibenden zwei Partien an den Brettern 3 und 4 zwischen Madlen Ramm und Romain Leonardy sowie zwischen Wolfgang Ganßauge und Dieter Heuchert.

Ganßauge pokerte mit den weißen Steinen an Brett 4 hoch und opferte eine Leichtfigur, die er jedoch auch nach druckvollem Spiel nicht wieder zurückgewinnen konnte und sich so nach etwa dreieinhalb Stunden geschlagen geben musste. Die letzte Partie zwischen Ramm und Leonardy an Brett 3 endete dafür knapp vor der ersten Zeitkontrolle mit einem Sieg für Schwarz. Dabei leistete ich mir bereits im dritten Zug einen unangenehmen Patzer, der meine Entwicklung zunächst massiv erschwerte und mich zwang den König unrochiert in der Mitte stehen zu lassen, während meine Gegnerin ihre Entwicklung ohne größere Probleme beenden konnte.
Mit Entwicklungsproblemen und anfänglicher Planlosigkeit geplagt, gelang es mir mit ein wenig Konsequenz und Glück, Raum am Damenflügel zu gewinnen, das weiße Zentrum zu belagern und so der eigentlich ruhigen und unspektakulären Partie ein gewisses Maß an Komplexität zu verleihen und einige Fehlermöglichkeiten für meine Gegnerin zu provozieren. Nach fast vier Stunden Spielzeit und gerade einmal 21 Zügen ließ sie sich schließlich zu ihrem einzigen wirklichen Fehler in einer ungünstigen Abwicklung hinreißen, auf die ich ein wenig spekuliert hatte und die sie eine Qualität und darüber hinaus die Partie kostete. Obwohl Madlen sich ansonsten keine Fehler mit den weißen Figuren leistete und in den letzten 10 Zügen noch versuchte Fehler meinerseits zu provozieren, forderten die Qualität und eine nachlassende Konzentration ihren Tribut. Ich holte damit glücklich meinen ersten Punkt in der Mannschaft nach einem zuletzt unglücklichen technischen Unentschieden und einer zuvor eingelegten Spielpause von fast acht Jahren.

In meinem ersten Einsatz als Vertretung unseres Mannschaftsführers Wolfgang Ganßauge freue ich mich über den erfolgreichen Ausgang dieser dritten Runde und wünsche allen weiterhin viel Glück und Spaß.

Zurück