Zweite Bundesliga Süd Runde 5

15-01-2012

SVG Saarbrücken - SC Schwegenheim 2:6
Beim ersten Spiel im neuen Jahr hatten wir die Schachfreunde aus Schwegenheim zu Gast.

Die Schwegenheimer verfolgen eine solch ausgeprägte Strategie, was die Mannschaftsaufstellung betrifft, dass man sie fast genau so gut als zwei Mannschaften ansehen darf - Schwegenheim I und Schwegenheim II (http://schachbund.de/SchachBL/bedm.php?liga=2bls&team=SC%20Schwegenheim). Mit nicht relevanten Abweichungen besteht Schwegenheim I aus den ersten 8 Spielern (1-8), und die zweite aus 9-16. Nur Maximilian Meinhardt spielt durchgehend. Schwegenheim I ist durchaus in der Lage, in unserer Gruppe um die ersten zwei Plätze zu kämpfen, wird aber eingesetzt, um sichere Punkte nach Hause zu bringen - gegen Mannschaften, die keine gewaltigen Ambitionen haben. Sonst kommt aufs Feld Schwegenheim II. Die Schwegenheimer Aufstellung hat auch direkt gezeigt, dass wir nicht als Verein mit gewaltigen Ambitionen angesehen werden. Ohne Unterstützung unserer französischen Mitstreiter waren wir deutlich unterlegen - der Elo-Unterschied nach den Brettern - 140, 160, 138, 242, 402, 325, 265, 157 - natürlich nicht zu unseren Gunsten.
Der Spielverlauf war auch dementsprechend schwer für uns. Valentin mit Schwarz am 1. Brett gegen GM Starostist hat eine Variante gewählt, in der er eine passive Stellung, jedoch mit einer klar besseren Bauernstruktur, im Endspiel mit Minusbauer verteidigen musste. Die Stellung beugte, klapperte, wurde aber nicht geknackt - Remis. Herbert am 2. Brett gegen IM Kovacs versuchte die Chancen im Endspiel durch ein wenig aktivere Figuren zu erarbeiten, leider nicht erfolgreich - auch Remis. Ronny gegen IM Nemeth hat es nicht geschafft, ein konkretes Gegenspiel am Damenflügel in der Drachen-Struktur zum Leben zu bringen, und wurde am Königsflügel erstickt. Christian gegen IM Zueger wählte eine ungünstige Eröffnungsvariante und musste ziemlich früh mit den Schwierigkeiten kämpfen (Bauerstruktur e4-c4 gegen e5-c6, das Feld d4 ist eine ewige Schwäche und Vorposten für die schwarzen Figuren). Denis spielte gegen IM Meinhardt eine sehr unorthodoxe Variante im Sizilianer a-la Topalov - Entwicklung ist nichts, Aktivität im Zentrum ist alles. Leider hat Denis eine taktische Abwicklung übersehen und musste das Tuch werfen. Hans-Gerhard hat es als einziger von uns geschafft, seinen Gegner, IM Horvathw, vor wirkliche Probleme zu stellen. Die solide positionelle Spielweise führte zum besseren Endspiel und letztendlich zum Mehrbauer. Leider fand die Weisheit von Tartakower auch hier Platz - "Die Turmendspiele sind immer Remis". Alexander provozierte IM Czonka zu einem Figurenopfer, das mehr als zweischneidig war. Der schwarze König wanderte über das ganze Brett, Alex versuchte nicht nur zu verteidigen, sondern auch einen Gegenangriff zu starten. Unter Zeitdruck fand er allerdings nicht die besten Fortsetzungen, der letzte taktische Schlag war nicht seiner. Wolfgang spielte eine saubere Partie, ohne Höhen und Tiefen, alles wurde langsam, aber sicher abgetauscht - Remis.

Ergebnis - 2:6 für Schwegenheim.

Nach dem tollen Start haben wir 3 Niederlagen kassiert, sind aber immer noch im Mittelfeld. Für den Klassenerhalt müssen aber noch ein paar Punkte her.
(Spielbericht von Valentin Kuklin)

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